Neuer Roman: Die Sprache der Blumen

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Der geplante Veröffentlichungstermin ist im Moment der 15. April 2020.

Heute stelle ich Euch Cover und Inhalt meines nächsten Buches vor, einem SciFi-Roman mit dem Titel: Die Sprache der Blumen und erzähle ein bisschen was zu der Entstehungsgeschichte. Oben seht ihr bereits das ungewöhnliche Cover, das sehr gut zu einem ungewöhnlichen Buch passt. Das Design entstammt wie immer dem kreativen Genie von Claudia Gornik (Coverboost.de), die mich mit jedem Cover aufs Neue beeindruckt.

Dieser Roman hatte einen schweren Start. Ich habe leider die Angewohnheit Dinge nicht leicht zu nehmen und im Falle meines neuen Romans habe ich mir die Aufgabe sogar besonders schwer gemacht.

Es fing schon damit an, dass ich keine konventionelle Science-Fiction schreiben wollte. Ich war der ewigen, klassischen SciFi-Motive müde und auf der Suche nach etwas anderem, etwas Neuem, etwas, das noch nicht da war. Soweit der Plan, doch das führte zunächst einmal nirgendwo hin. Im Frühling des letzten Jahres hatte ich schon monatelang nach einem passenden Aufhänger gesucht, aber der Einstieg wollte mir dieses Mal so gar nicht gelingen.

Meine Arbeit an einem Buch beginnt immer mit einem einzelnen Bild, oder einem sehr eindrücklichen Motiv, dass sich in meinem Kopf festsetzt und nicht mehr loslässt.

In diesem Falle war es eine Frau, die allein in einer Umgebung erwacht, welche sie nicht versteht. Ziel der Geschichte sollte die Suche nach Verstehen sein, eine Reise nach innen, kombiniert mit der Flucht aus einem Gefängnis.

Mein initialer Gedanke war die Protagonistin auf einem riesigen, geheimnisvollen Raumschiff stranden zu lassen, welches sie erforschen und durchsuchen muss. Doch was ich auch tat, die Idee wollte keine Form annehmen. Mich langweilte schon das Setting. Alles was ich sammelte war kalter Kaffee. Ich wäre die Hälfte der Zeit damit beschäftigt gewesen großartige Motive wieder zu streichen, weil ich sie schon bei anderen Autoren gelesen hatte.

Immer wenn ich auf diese Weise feststecke, benutze ich einen Trick, der ebenso einfach wie genial ist. Ich fragte mich: Was ist das Widersinnigste und Absurdeste, was jetzt passieren könnte?

Nach einer Weile kam ich auf die Idee über eine Frau zu schreiben, die in einem Wald erwacht, den sie nicht versteht. Ich sah sie im Geiste vor einer quasselnden Blume stehen, die nur kryptischen Unsinn von sich gibt, und musste grinsen. Von da an war alles ganz einfach, denn ich hatte den Zugang zum Buch gefunden und meine Begeisterung für die Idee war zurück. Ich konnte ein Fantasy-Setting benutzen, um eine Science-Fiction Geschichte zu erzählen. Das für mich die Mischung dieser beiden Genres deutlich interessanter ist und viel mehr Möglichkeiten bietet, hatte ich in meinem letzten Buch Die Offenbarung des Uhrwerks bereits erfahren. Soweit so gut. Blieben noch einige lästige Details zu klären, wie zum Beispiel: Worum geht es eigentlich?

Auf der Suche nach Sinn, Schlüsselmotiven und einem Titel verwende ich gerne einen weiteren Trick: Ich lese Gedichte. Ja, ich hätte auch nicht gedacht, dass das funktioniert.

Ich wollte ein SciFi-Buch über Blumen schreiben, also las ich dutzende von Gedichten über Blumen. Auf diesen Trick bin ich gekommen, nachdem ich vor einigen Jahren einen literarischen Science-Fiction-Roman (Sowas gibt es tatsächlich) von Ada Palmer gelesen habe. Er trägt den Titel: Too Like The Lightning (2016). Ein SciFi-Buchtitel, der Julia aus Shakespeares Romeo und Julia zitiert:

“I have no joy of this contract tonight.
It is too rash, too unadvised, too sudden,
Too like the lightning, which doth cease to be”

Ein Shakespeare-Zitat als Romantitel! Das erschien mir fortgeschritten brillant. Warum nicht Inspirationen an ungewöhnlichen Orten suchen? Was wir schließlich erreichen wollen, ist das unser kreatives Potenzial, welches tief in unserem Unterbewusstsein schläft, durch diese Inspirationen angestupst und aufgeweckt wird. Lyrik eignet sich dafür sehr gut.

Während ich also Gedichte las, stolperte ich eines Nachts, ungewollt schlaflos in meinem Bett sitzend und tief in Recherche über mein Handy gebeugt, über die Zeilen von Rilke, die jetzt auch auf der ersten Seite meines Romans stehen:

Wo sind die Lilien aus dem hohen Glas,
Die Deine Hand zu hüten nie vergaß –
Schon tot?
[Rainer Maria Rilke, 1898]

In dem Moment wusste ich auf einen Schlag, wie der Name meine Protagonistin lautet. Ich erkannte in diesem kurzen Augenblick auch worum es in meinem Buch wirklich gehen würde.

Fun Fact: Das erste halbe Jahr lang war der Titel des Romans noch: Lilien aus dem hohen Glas. Ich habe es irgendwann seufzend in Die Sprache der Blumen geändert. Ich mag Herausforderungen, aber das erschien mir dann doch ein bisschen viel lyrischen Ballast auf einem armen, kleinen SciFi-Roman.

Nun habe ich also Science-Fiction geschrieben, welche den seltsamen Titel Die Sprache der Blumen trägt. Der Titel verrät uns, dass es vordergründig um Kommunikation geht. Die Blumen verraten uns, dass es um Dinge geht, die aussehen wie etwas, was sie nicht sind. Es handelt sich gewissermaßen um getarnte Science-Fiction. Sie ist da, aber man muss zuerst hinter die abstrakte, bunte Fassade schauen. Das Cover fängt dieses sehr gut ein.

Mir sind die Cover meiner Bücher sehr wichtig, denn ich muss sicher sein, dass ich mit dem ersten visuellen Eindruck die richtigen Versprechen gebe, besonders wenn oben auf dem Buch Science-Fiction steht. Wer harte Action, Helden mit Laserwaffen, Roboter und explosionsreiche Raumschlachten erwartet, wird enttäuscht werden. Ich denke der Affe mit der Blume macht diesen Punkt sehr deutlich …

Wer jedoch wissen möchte, warum eine Frau einen Wald voll sprechender Pflanzen nicht verlassen kann, und warum ihr Gefährte, ein schlecht gelaunter, wortkarger Schimpanse ihr keine wirkliche Hilfe ist, der wird in meinem neuen Buch mehr Antworten finden, als er für möglich hält. Ich war selbst verblüfft, was man alles lernen kann, wenn man Pflanzen aufmerksam zuhört. Manches davon wird den Leser genauso überraschen, wie meine Protagonistin, die Frau ohne Erinnerung und Namen.

2 Kommentare zu „Neuer Roman: Die Sprache der Blumen

  1. Eine unglaublich gute Romanidee von dir, extravagant, dir selbst treu bleibend, und Leselust schürend!
    Wie wunderbar, Rainer Maria Rilke mit in den Wald zu holen! Ich liebe ihn, den Wald auch. (Seine „Schönsten Gedichte“ liegen auf meinem Nachtisch.) Ich bin hin und weg.
    Das Cover ist der Hit, sehr modern und vielsagend, auf eine reduzierte Art. Klare Schrift, gefällt mir richtig gut.

    Und nun meine Meinung zum Titel.
    „Lilien aus dem hohen Glas“ – kein lyrischer Ballast!! In meinen glänzenden und leuchtenden Augen der Titel! Um mit Rilke zu sprechen: „Stürmt meine Stärke an dir vorbei, stelle dich aufrecht in meinen Wind“
    Nimm die Herausforderung an. Man stöhnt nicht bei seinem eigenen Titel.
    Außerdem sprechen schon einige Blumen auf anderen Büchern. Aber das ist nur meine Meinung.
    Ich bin aufrichtig gespannt, auf die erste Leseprobe. Glückwunsch zum vollbrachten Roman!
    Rilke schrieb (Rilke Briefe) an Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe:
    … das Genialische ist doch das Einzige, was uns wirklich ergreift und angeht, wieviel möchte man der Welt verzeihen, wenn nur an einer Stelle irgendwo eine solche Unbeirrtheit entschlossen und glücklich am Werk ist …

    Liken

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