Was das Uhrwerk offenbart

Mein Episodenroman Die Offenbarung des Uhrwerks begleitet das Schicksal einer Familie über zwölf Generationen (Kapitel) hinweg. In dieser Zeit entwickelt die Menschheit die Technologien ihren Planeten zu verlassen und sich auf die Suche nach ihrem Schöpfer zu begeben, welcher der Uhrmacher genannt wird. Dieser Beitrag blickt auf die Konsequenzen der Handlung und zeigt Perspektiven der Interpretation auf. Spoiler sind dabei nicht zu vermeiden.

Schon der Titel Die Offenbarung des Uhrwerks hat eine Doppelbedeutung. Es kann sich darauf beziehen, dass die Menschheit Schritt für Schritt die Geheimnisse des Universums versteht und somit die Mechanik der Schöpfung entschlüsselt (offenbart), es kann aber auch bedeuten, dass die Schöpfung selbst (das Uhrwerk) den Menschen etwas zurückgibt (offenbart), das größer ist, als die erlangten Erkenntnisse. Das Motiv funktioniert also in beide Richtungen.

Nach der Lektüre des Buches könnte sich der Leser also zurecht fragen: Was hat sich denn nun offenbart?

Zu Beginn der Handlung ist die Menschheit vollauf damit beschäftigt Macht zu sammeln und auszuüben. Das Ergebnis ist dabei immer Krieg. Technischer Fortschritt dient dem Machtgewinn und wird umgehend instrumentalisiert, um den Machterhalt zu garantieren. Die Idee dem Uhrmacher zu suchen und somit dem eigenen Schöpfer gegenüberzutreten ist bereits vorhanden, wird aber von Machtspielen der Regierungen instrumentalisiert und tritt in den Hintergrund.

Dies ändert sich langsam im Mittelteil des Buches und erst zum Ende der Geschichte hat sich die Grundsituation der Menschheit vollkommen gewandelt.

Am Schluss gibt es keine hochemotionalen Konflikte mehr. Der Level auf dem sich die Menschheit bewegt ist ein anderer geworden. Das Ende des Buches liefert mehr Antworten auf die zugrunde liegenden spirituellen und ethischen Fragen, als weitere Konflikte. Es dokumentiert die langen und extremen Bemühungen die Menschheit zu neuen Ufern zu bringen und eine Perspektive zu finden, die über das hinaus geht, womit sie angefangen haben. Eine Reise, die sie verstehen lassen soll, dass das Universum gewaltig und voller Möglichkeiten zur Entwicklung ist, und dass Menschen nur dann die Möglichkeit bekommen daran teilzuhaben, wenn sie ihre Wohlfühlzone verlassen und Grenzen überschreiten, auch wenn der Gedanke beängstigend ist.

Aber hat sich die Menschheit denn tatsächlich entwickelt?

Einen Hinweis gibt uns das letzte Gespräch im Buch. Es findet zwischen zwei künstlichen Wesen statt, von denen sich der eine fragt, ob er überhaupt lebt.

Von einer Rasse, die nur Macht und Krieg kannte, gelangten wir jetzt zu einer Rasse, die nicht einmal mehr weiß, wer sie ist.

Sind sie denn wenigstens ihrem Ziel nähergekommen?

Die Menschheit brach auf ihren Schöpfer zu finden. Mehrerer Jahrhunderte später steht sie nun am Rande der Galaxis, im Begriff den Sprung in die weite Leere zu wagen, der jenseits ihrer Welten liegt. Auf Basis unseres heutigen Wissens über Astronomie haben sie es nicht wirklich weit geschafft. Ein spiritueller Lehrer wäre sogar geneigt einzuwerfen, dass der ganze Ansatz einen Schöpfer mit einem Raumschiff zu suchen vielleicht a priori zum Scheitern verurteilt ist.

Hätte die Menschheit doch nur einen Meister, den sie fragen könnte.

Wie es der Zufall will, wird das Schicksal der Menschheit tatsächlich von einem solchen Meister vorangetrieben, der über all die Jahrhunderte hinweg die Fäden fest in den Händen hielt. Seine Motivation jedoch bleibt vollkommen unklar. Er teilt sein Wissen nicht und weiht niemanden in seine Pläne ein. Seine längste und engste Schülerin sagt selbst im letzten Kapitel, dass egal wohin es die Menschheit noch verschlägt, die Chancen hoch sind, dass der Meister bereits dort wartet und alles geplant hat.

Hunderte Jahre sind vergangen. Die Menschheit hat den Krieg hinter sich gelassen, ist durch Portale zu neuen Welten gereist, hat Religionen besiegt und bizarre Wesen getroffen, die durch Raumzeit schwimmen können. Wirklich weitergebracht hat sie das alles nicht. Was bleibt also zu tun?

Im letzten Gespräch des Buches findet die Frau des Protagonisten die einzig richtige Antwort. Sie beantwortet die Melancholie ihres Partners mit einem herzlichen Lachen.

Wie anders kann man reagieren, außer über die Absurdität unsere Bemühungen laut zu lachen?

Danach können wir wieder zu den Sternen hinaufsehen und weiter mit offenem Mund staunen.

 

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DIE OFFENBARUNG DES UHRWERKS (TEXTAUSSCHNITT 01)

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LESEPROBE

Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, ob ihm das Buch gefällt, der kann jetzt hier die ersten drei Kapitel kostenlos Probelesen:

Sven Haupt – Die Offenbarung des Uhrwerks (Kapitel 1-3)

 

 

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